Die horizontale Öffnung sieht den größten Himmelsanteil, selbst bei bedecktem Wetter. Dadurch entsteht oben ein klarer Lichtpool, der sich über helle Decken tief in den Raum zieht. Gleichzeitig reduziert die Position den Einfluss von Fassadenschatten und Nachbargebäuden, was besonders in dichten Städten und schmalen Grundstücken einen überraschend ruhigen, gleichmäßig hellen Raumeindruck ermöglicht.
Ein Lichtschacht ist mehr als ein Loch nach oben: Entscheidend sind Höhe, Breite, Oberflächenreflexion und der helle Abschluss am unteren Austritt. Weiße, matte Beschichtungen mit hohem Reflexionsgrad verstärken jeden Lumen, vermeiden harte Kontraste und leiten das Tageslicht tiefer, oft bis hinter den zweiten Raum, ohne elektrische Hilfe oder aufwendige Technik einsetzen zu müssen.
Über Türen montierte Oberlichter lassen benachbarte Räume ihr Licht teilen. Der Effekt wirkt besonders stark, wenn das Glas transluzent ist und die Türblätter selbst hell sind. So entstehen sanfte Lichtkaskaden durch Flure und Treppenhäuser, die Orientierung erleichtern, Dramatik nehmen und gleichzeitig Privatsphäre sowie Schallschutz respektieren, da geschlossene Türen keinen direkten Sichtbezug erlauben.